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Desmodenia
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von Desmodenia am 30.04.2011 01:12



Hier könnt ihr eure Lieblingsbucher den Usern empfehlen. Egal ob Krimi, Roman, Komödie oder Sachbuch. Fuellt einfach den kleinen Steckbrief aus und lasst uns wissen, was ihr so lest.

Titel:
Autor:
Kurzbeschreibung:
Grund der Empfehlung:


Desmo
xoxo





            

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Desmodenia
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Re: Buchempfehlungen

von Desmodenia am 30.04.2011 01:13

Titel: "Der Rumpf"

Autor: Akif Pirinçci - Der Autor düfte durch seine Reihe "Felidae" dem ein oder anderen ein Begriff sein.

Kurzbeschreibung:
Ein Mörder, dem das Kunststück des "perfekten Mordes" gelungen ist, legt seine Lebensbeichte ab: "Wer Sladek war? Und wie ich dazu kam, ihn umzubringen? Und auf welche Weise es geschah? Geduld, Geduld, ihr werdet es noch früh genug erfahren. Ich gelobe, kein noch so unbedeutendes Detail zu verschweigen. Natürlich wird mir niemand Glauben schenken, da ja, wie es sich für einen perfekten Mord gehört, keine Beweise existieren - und auch keine Zeugen mehr.

Grund der Empfehlung: Vorneweg möchte ich ausdrücklich betonen, dass dieses Buch nicht unbedingt für zartbesaitete Leser geeignet ist. Der Hauptprotagonist stellt sich als "Der Rumpf" vor und thematisiert damit auch sein Schicksal: Er ist schwerstbehindert, ohne Arme und ohne Beine geboren. Mitgefühl ist bei "Dem Rumpf" ein Gefühl, das eher selten auftritt: Der Hauptprotagonist ist ein boshafter, menschenverachtender Zyniker, der gerade mal für seinen Ziehvater und das schöne Geschlecht, sofern es in seinen Augen als 'schön' zu bezeichnen ist, ein paar mehr oder minder freundliche Worte übrig hat.

Selbstverständlich hadert Daniel, wie sein Ziehvater ihn genannt hat, mit seinem Schicksal, jedoch ist "Der Rumpf" kein Buch, das rein die Thematik der Schwerstbehinderung behandelt: Es ist eine Mischung aus einem Krimi und dem ironisch erzähltem Lebensbericht eines hochintelligenten Zynikers, der sich plötzlich im Paradies, dem Heim der "Verzauberten Jäger", wieder findet und diese utopisch anmutende Einrichtung von der ersten Sekunde an inbrünstig hasst.

Daniel, der bereits zum Anfang des Buches als Charakter in Erscheinung tritt, von dem man nicht wirklich weiß ob man ihn bewundern, verachten, hassen oder lieben soll, erzählt seine Geschichte auf eine tragisch-amüsante Weise, die abstoßend und fesselnd zugleich ist. Und er erzählt die Geschichte seines perfekten Mordes. Ein perfider Plan, der letztendlich ein Blutbad anrichtet, mit dem selbst Daniel nicht gerechnet hatte. Denn wie im wahren Leben kommt es anders als man denkt: Daniel kämpft verbissen darum der "verzauberte Jäger" zu sein und nicht das verfluchte Opfer.

Wie schon erwähnt würde ich dieses Buch keinem zart besaitetem Leser empfehlen. Abseits der boshaften, teils verletztenden Aussagen und Ansichten Daniels, werden einige Protagonisten auf brutale Art gefoltert und grausame Weise getötet. "Der Rumpf" hat mich durch seine ungeschönte, bizarre und boshafte Lebensbeichte schockiert, amüsiert und letztendlich gefesselt.





            

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Schmetterli...
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Re: Buchempfehlungen

von Schmetterlingsgirl am 25.07.2011 10:22



Titel: Die Lügen des Locke Lamora
Autor: Scott Lynch
Kurzbeschreibung: Der ebenso intelligente wie hinterlistige Locke Lamora mischt als 'Dorn von Camorr' die kriminelle Unterwelt seiner Heimatstadt auf. Obwohl der Geheime Frieden es den Dieben verbietet den Adel der Stadt auszurauben, sucht er die Herausforderung, die Betuchten um mehr als die Hälfte ihres Vermögens zu betrügen.
Aufgezogen vom 'Herren der Kinder', der Waisen für sich stehlen lässt, endet Locke erst einmal auf einem Friedhof für das Gesindel der Stadt. Doch nachdem er wortwörtlich einigen Bockmist gebaut hat, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, wird er vom Priester der Perelendro gekauft - einem äußerst gewieften Dieb, der Locke, die Zwillinge Calo und Glado und den Händlerwaisen Jean aufzieht und aus ihnen eine Diebestruppe macht, die mit Verstand und Intelligenz ihr Vermögen verdient.
Doch auf Lockes Talent wird schon bald jemand aufmerksam - und ehe er sich's versieht, wird Locke zur Spielpuppe in einem Theater, auf dass er ausnahmsweise mal keinen Einfluss hat!
Grund der Empfehlung:
Als ich das Buch zur Hand nahm wusste ich: Dieses Buch würde mich faszinieren. Ich beschloss, es mir eines Tages mal zu kaufen und legte es wieder weg - was im Nachhinein wohl ein großer Fehler war.
Als dann der zweite Band rauskam, habe ich mir den ersten schleunigst besorgt - ich wollte ja nicht hinterher hängen ;)
Dieses Buch hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass es schon vier Uhr morgends war, als ich es vor Übermüdung schweren Herzens zugeklappt habe =)
Soviel zu meinen Erlebnissen mit dem Buch ^.^

Ich schlage es hier vor, weil ich Die Lügen des Locke Lamora für eines der besten Fantasy-Geschichten unserer Zeit halte. Für mich persönlich ist dieses Buch um längen besser als Harry Potter und Biss zusammen, auch wenn ich von beiden nicht sonderlich viel halte. Das Buch ist in verständlich gehaltener Sprache verfasst, durch die Übersetzung geht nur wenig an Witz verloren. Auch die Charaktere sind tiefgründig gestaltet, haben eine ernste Vergangenheit als Waisenkinder und sich trotzdem ihr ... wie soll ich es anders sagen, ihr Chuzpe bewahrt.
Die Handlung nimmt langsam anlauf, man bekommt einen guten Einblick auf die Art, wie Locke und seine Kameraden sonst so arbeiten - was ein Spannendes Extra darstellt, bevor sich der Bösewicht einschaltet. Und der hat es wirklich in sich. In dem Buch wird kein Halt gemacht vor Grausamkeiten, auch wenn diese meistens zensiert dargestellt werden oder die Szenen nur im Rückblick kurz beschrieben werden.
Der Plan hinter dem Ganzen ist sorgfältig und ja, nach einer Weile kann man nur noch genauso wütend sein wie die Charaktere, wie umfassend sie düpiert worden sind, so sehr schlägt einen die Handlung in den Bann!
Das Ende ist, da es einen zweiten Teil gibt, offen, aber auch nicht zu offen. Man denkt sich, es ist so viel passiert, dass die Charaktere sich lieber erst einmal ausruhen, aber falsch gedacht ;)
Was mir auch gut gefallen hat: Liebe spielt keine sehr große Rolle. Zumindest noch in diesem und im Folgeband nicht, bzw. ehr weniger. Das macht die Geschichte ausgesprochen authentisch.

Locke Lamora ist Fantasykunst vom Feinsten. Wer auf düsteres Zeitalter und mystische Verwicklungen, Rache und Hass steht, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen!

-> Locke gibt nicht auf! In 'Sturm über roten Wassern' müssen sich seine Feinde wieder seiner Intelligenz stellen!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.07.2011 10:22.

Desmodenia
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Re: Buchempfehlungen

von Desmodenia am 01.09.2011 00:01

Titel: Die Damalstür

Autor: Akif Pirincci

Kurzbeschreibung: Der bis vor kurzem noch erfolgreiche Maler Alfred Seichtem, kurz Ali, stolpert nach einer durchzechten Nacht durch seine alte Wohngegend, aus der er vor kurzem mit hohen Schulden und geschieden hat ausziehen müssen.
Plötzlich erscheint ihm ein wundersames Licht, das ihn in eine ihm bisher unbekannte Gasse lockt.
Am anderen Ende der Gasse erkennt er sein altes Haus, und dort sieht er denselben Umzugswagen, der zehn Jahre vorher seinen eigenen Umzug organisiert hat. Und nicht nur das: Hinter dem Umzugswagen hält seine alte Ente und heraus steigen er selbst und seine Frau Ida! Er glaubt seinen Augen nicht zu trauen: Auf der anderen Seite der Gasse ist die Zeit zurückgedreht!
Ali glaubt, den Weg zurück gefunden zu haben, doch will er ihn nicht alleine gehen. Er vertraut sich seiner frisch geschiedenen Ehefrau Ida an und diese, ganz praktisch denkend, besorgt zwei große Küchenmesser und zusammen machen sich die beiden auf den Weg, die Vergangenheit ungeschehen zu machen und alle Fehler zu umgehen.

Grund der Empfehlung: Wieder hat Akif Pirincci bewiesen, dass er der Meister der deutschen Phantastik ist. Kein Thriller, kein Historienroman, kein Liebesroman, und doch von allem ein bisschen. Würde er es schaffen, seine blutrünstigen Beschreibungen etwas weniger breitzutreten, bekäme dies seinem Werke. Doch hat er hier zum Ausgleich gute Begründungen für all die Toten geliefert und auch die Story ist solide. Die verschiedenen Ebenen, in denen das Buch spielt, seien es zeitlich getrennte Erzählstränge, seien es die gleichen Zeitpunkte, gesehen mit verschiedenem Erfahrungsschatz, oder sogar die Ebene der letztendlichen Auflösung, sie ziehen den Leser in den Bann.

Das Buch lässt sich nicht leicht weglegen. Verheißungsvoll mit der Erklärung lockend, entzieht sich diese doch immer wieder, z.B. wie Alis Sohn starb, oder warum Ali jetzt mittellos ist. Durch das gesamte Buch versucht Ali dies zu erzählen, doch, wie bei Betrunkenen üblich, immer wieder fällt er in das nächste Schlagloch und wird von der geraden Linie abgelenkt, so dass er immer wieder erst auf den richtigen Weg geschoben werden muss, was Pirincci gerne für uns Leser übernimmt.
Jede Figur im Buch ist von der Tragik des eigenen Missgeschicks gezeichnet, alle, die zuerst als leuchtende Vorbilder erscheinen, zeigen Risse in der Nahaufnahme, ja zerbrechen vor den Augen Alis, nur derjenige, der von ihm schon in seinem „ersten" Aufenthalt in den Neunzigern als Versager abgestempelt wurde, ist der einzige, der als „normaler" Mensch herausleuchtet und damit zeigt, wie wenig wichtig und leicht vergänglich Geld und Ruhm gegenüber Familienglück ist.

Die Auflösung kommt überraschend und verschiebt die Perspektive wieder so, dass alles verständlich wird. Sie ist der Geniestreich der ganzen Geschichte und bringt den Leser dazu, auf den letzten 3 Seiten noch einmal vollständig sein Bild von Ali und Ida zu revidieren.





            

Antworten Zuletzt bearbeitet am 01.09.2011 00:02.

Desmodenia
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Re: Buchempfehlungen

von Desmodenia am 10.09.2011 14:45

Titel: Life

Autor:
Keith Richards & James Fox

Kurzbeschreibung:
Eine Biographie von über 700 Seiten ist schon eine Leistung. Und da diese Biographie auch noch auf fast jeder Seite gut zu lesen ist, muss man wohl auch das Leben, das Grundlage dieser Biographie ist, als eine Leistung anerkennen. Spannend ist hier vor allem die Perspektive. Trotz allen Ruhms, trotz allen Reichtums, trotz der Teilnahme dieser ganzen hippen Prominenten im Buch (Künstler, Modells, Politiker usw.), trotz der Drogen scheint sich Keith Richards doch irgendwie seine Bodenhaftung bewahrt zu haben. Und so liest man hier eigentlich ja die Geschichte eines kleinen Jungen aus prekären Familienverhältnissen, der es dann in die große weite Welt geschafft hat. Und der sich auch nach vielen Jahren so wundert, was mit Menschen in dieser Welt so alles passieren kann. Es sind daher oft die Portraits seiner Zeitgenossen, die dieses Buch über die riesige Menge von Text erträglich werden lassen.

Der Fan erhält hier das Erwartete: Sex, Drugs und Rock'n Roll. Allerdings in der umgekehrten Reihenfolge. Musik bildet bei weitem den Schwerpunkt des Buches. Welche Musik Keith und damit die Stones geprägt hat, wie Musiker zusammen arbeiten, wie man Rocksongs schreibt, wie man einen besonderen Sound kreiert, das wird bis in die letzten Details hier beschrieben. Schon etwas weniger Platz nehmen die Drogen ein. Immerhin sind hier die Autoren mutig genug, dass mit den Drogen nicht pauschal zu verdammen. Hat man selbst kleine Kinder, mag man diesen Mut allerdings auch anders sehen. Allein schon das Cover pflegt hier natürlich das gewisse Image, und auch im Buch spürt man durchaus etwas Eitelkeit, wenn eine kreative Phase von neun Tagen permanenten Wachseins beschrieben wird. Das Thema Sex bildet dann eher das Schlusslicht. Aber man spürt auch hier wieder die Perspektive eines Mannes, der ein klein bisschen Kind geblieben ist und sich dabei wundert, wie ihm die Schönen und Berühmten dann doch reihenweise zu Füßen fallen. Gerade im letzten Punkt bewundere ich doch ein klein wenig, dass dieser Mann so völlig immun gegenüber jedem Zynismus ist. Auch das ist wohl eine Leistung.

Grund der Empfehlung: Auf der anderen Seite muss man sagen, dass dieses Buch für den Fan der Stones nicht viel neues enthält. Oder anders: Obwohl ich bisher nur eine Monographie über die Stones gelesen habe, kam mir fast alles gut bekannt vor. Die Ereignisse um die Gruppe, die komplexen Beziehungsverhältnisse in deren Umfeld, sind wohl doch inzwischen gut dokumentiert. Und da sich die Stones über mehrere Jahrzehnte in Kreisen von Prominenten bewegt haben, deren Biographien sich alle gut verkauft haben, sollte man hier nicht keine Sensationen erwarten. Ich habe eher den Verdacht, dass dieses Buch durchaus bereits vorhandene Texte als Grundlage nutzt. Es ist nicht eine Erinnerungs-, sondern eben gerade eine Rechercheleistung, die zu den 700 Seiten geführt hat. Insofern möchte ich hier einfach mal kritisieren, dass der wahre Autor nicht auf dem Titel, sondern erst auf der Innenseite genannt wird. Und dass hier der Eindruck einer Autobiographie erweckt wird, während es doch eigentlich eher um eine offizielle Biographie eines Dritten geht, die durch einige persönliche Statements von Keith Richards angereichert ist, die durchaus als Botschaften an seine Umgebung gemeint sein dürften.

Und dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen. Nicht nur, weil das Leben von Keith Richards  musikalisch so wichtig wäre. Sondern vor allem, weil sich über die vielen in diesem Buch beschriebenen Künstler doch ein Zeitportrait ergibt, welches von den 60er bis zu den 80er Jahren einmalig ist.





            

Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.09.2011 14:49.

Schmetterli...
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Re: Buchempfehlungen

von Schmetterlingsgirl am 01.12.2011 20:06



Titel
: Boy 7 - Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst.

Autor: Mirjam Mous

Kurzbeschreibung:
"Stell dir vor du kommst auf einer glühend heißen kahlen Grasebene zu dir und weißt weder, wohin du unterwegs bist, noch, woher du kommst oder wie du heißt. Die einzige Nachricht auf deiner Mailbox stammt von dir selbst: "Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei."
Wer bist du? Wie bist du hierher geraten? Und wem kannst du vertrauen?"
Genau das passiert Boy Seven, der eines Tages wirklich irgendwo im nirgendwo aufwacht und nicht einmal mehr weiß, wer er ist. Aufgelesen wird er alsbald von einem anscheinendn freundlichen Mädchens namens Lara, die ihn in der Pension ihrer Großmutter wohnen lässt.
Auf der Suche nach seiner Identität gerät Boy Seven auf die Spur einer zwielichtigen Organisation und schon bald stellt sich die Frage: Hat die Organisation etwas mit seinem Gedächtnisverlust zutun?
Eine Idee, die die ganze Menschheit in Korruption stürzen könnte...

Grund der Empfehlung:
Ich habe selten eine so gut durchdachte Geschichte wie die von Boy 7 gelesen. Die Idee hat mich vom ersten Moment an fasziniert und durch den einfach gehaltenen Schreibstil ist das Buch auch für Jüngere absolut lesenswert.
Der Thriller ist (für meine Verhältnisse) mit seinen knapp 250 Seiten nicht besonders lang, büßt aber an Spannung dadurch nichts ein.
Es mag zwar ein Happen für Zwischendurch sein, aber einer der nicht enttäuscht =)

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2014 18:37.

Katta

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Re: Buchempfehlungen

von Katta am 14.12.2012 21:29

Titel: Die Insel des Dr. Moreau (englischer Originaltitel The Island of Dr. Moreau)

Autor:
H. G. Wells

Kurzbeschreibung:
Auf einer abgelegenen Pazifikinsel führt Dr. Moreau teuflische Experimente durch. Als ein junger Engländer auf der Insel strandet, kommt er den haarsträubenden Machenschaften des Wissenschaftlers auf die Spur und entdeckt schließlich dessen monströse Schöpfung. Doch eine Flucht scheint unmöglich.

Grund der Empfehlung: Das dritte Buch, das ich von Wells lese und der Mann hat es mal wieder geschafft mich vom Stuhl zu hauen. „Die Zeitmaschine" und „Krieg der Welten" waren bereits Lesegenüsse erster Güte, aber verblassen doch im Vergleich mit der „Insel des Dr. Moreau".

Die Geschichte beginnt damit, dass der junge Prendick Schiffbruch erleidet und schließlich nach Tagen auf See von Dr. Moreaus Assistenten aufgelesen wird. Schon an Bord wird Prendick bewusst, dass mit den Wissenschaftlern irgendetwas nicht stimmt...

Von da an beginnt ein fesselndes und wahrhaft nervenaufreibends Abenteuer, in dessen Verlauf ich mehrmals den Atem anhielt, um die langsam einfließenden Erklärungen erstmal sacken zu lassen. Es ist wirklich unglaublich mit welcher Genauigkeit Wells die biologischen Vorgehensweisen schildert, wenngleich sie heutzutage (man muss bedenken, dass der Roman aus dem Jahre 1896 stammt) bzw. mit dem entsprechenden Wissen wahrhaft fantastisch wirken. Doch das tut der Faszination am Grauenhaften keinen Abbruch!

Immer wieder überkam mich ein Schütteln bei den Ausführungen Moreaus, seinem kühlen, abgeklärten Verstand, der sich ganz und gar der Forschung verschrieben hat, Mitleid erst gar nicht mehr zulässt, und dennoch klebte ich förmlich an den Zeilen und war richtig traurig, als ich das Buch durch hatte. Hätte ich es nicht explizit für die Zugfahrten eingeteilt, hätte ich es wohl an einem Nachmittag verschlungen.

Wells' Schreibstil beschreit und zaubert ohne Probleme Bilder in den Kopf des Lesers und doch beschränkt er sich auf das Wesentliche. Science-Fiction, Grusel und Nervenkitzel vom Feinsten.


   

Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.12.2012 21:31.

Desmodenia
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Gott bewahre!

von Desmodenia am 09.09.2014 18:36



Titel:
Gott bewahre

Autor:
John Niven

Kurzbeschreibung:
Gott kommt aus seinem einwöchigem Angelurlaub zurück. Geschäftiges Treiben im Himmel, haben sich doch alle in der Zeit eher ein lockeres Leben gemacht. "Tut beschäftigt", heißt es da. Dumm nur, dass in der Zwischenzeit auf der Erde so einiges aus dem Ruder lief. Die Renaissancezeit, war eine Blütezeit gewesen, Gott glücklich und hat sich somit endlich mal einen Urlaub gegönnt und die Menschheit brachte es in dieser Zeit fertig (ein Tag im Himmel entspricht 57 Erdenjahren), alles, aber auch wirklich alles zu einem einzigen Desaster werden zu lassen. Umweltverschmutzung, Kommerz und Konsum, Tod, Krieg, Hunger, Leiden...  und Gott ist sauer, stinksauer !Also startet Gott, der es einfach nicht fertig bringt bei der Menschheit die "Löschentaste" zu drücken, nochmal einen Versuch und schick seinen Sohn Jesus erneut auf die Erde, welcher dort die einzig wahre Botschaft Gottes verbreiten soll: SEID LIEB.

Grund der Empfehlung: Entweder man liebt oder hasst dieses Buch. Wie dem auch sei, dieser Roman erfordert viel Zynismus und schwarzem Humor, denn der Autor verlangt dem Leser stellenweise wirklich starke Nerven und jesusgleiche Gütigkeit ab, denn nicht selten schrammt er in vielen Darstellungen und Szenen knallhart den der Grenze des guten Geschmacks und der "political correctness" vorbei. Diese Gratwanderung jedoch macht es so interessant die Geschichte zu verfolgen und wer sich mit dem derben Wortschatz Nivens anfreunden kann, wird dafür mit der liebenswürdigsten Gammlertruppe beschenkt, die ich je in einer Road Trip Story lesen durfte.

Eine unterhaltsam verpackte Gesellschaftskritik, die einem allumfassenden Rundumschlag tut und zum Nachdenken anregt.





            

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2014 18:37.

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